1985 bekam ich meinen ersten Dobermann. Damals aus finanziellen Gründen ohne Papiere, deshalb wurde er aber nicht weniger geliebt. Zu der Zeit war mein Mann, mit dem ich damals noch nicht verheiratet war, strikt gegen die Anschaffung eines “solchen” Hundes, was mich aber nicht abgehalten hat. Natürlich mussten wir mit unserem “ Ben v. Revierpark “, zu der Zeit 8 Monate alt gleich zum Dobermann Verein Recklinghausen, um ihn stolz vorzuführen. Natürlich wurde unsere Begeisterung nicht geteilt, zumal wir dort erfuhren, das ein Dobi VDH Papiere haben “muss”. und er darf auch keinen grossen weißen Brustfleck haben, so wie ihn Ben hatte. Aber das konnte uns nicht schocken und so fing ich mit der Ausbildung meines Hundes an. Es war immer ein Schauspiel für alle Zusehenden, wenn ein 38 kg Frauchen einem 40 kg Rüden versucht etwas beizubringen. In der Unterordnung hatte ich noch eine Chance, die sich aber beim Schutzdienst in Luft auflöste. Im Klartext, wenn Ben sagte, da gehen wir hin, dann gingen wir dorthin. Einige Monate versuchte ich ihm Benimm beizubringen, bis ich einsah, das es aussichtslos war.

Aber wir sind ja schlau und schenken dem Mann den Hund, der bis dahin leicht amüsiert und gelangweilt vom Zaun zusah.. Sollte er sich doch mit Ben abquälen, aber die Qual hatte Erfolg. Heiko machte mit Ben die Sch H 1, Sch H 2 und auch die Sch H 3, auch die Arbeit als Figurant machte ihm grossen Spass. Damit hatte auch ihn die Liebe zum Dobermann und Hundesport voll im Griff. Wir waren uns einig, das unsere nächsten Hunde auch nur Dobis sein dürfen, wobei ich mehr zu den Dobifrauen tendierte.

1986 wagten wir einen grossen Schritt. Heiko und ich heirateten und das wilde Zusammenleben hatte ein Ende. Es gab keine grosse Feier, aber unsere Freunde aus dem Dobermann Verein waren alle da und standen mit den Vereinshunden Spalier. Als besonderer Gast war Herr Willi Weidemann mit seiner Frau gekommen. In den Jahren, in denen er auch 1.Vorsitzender der Abteilung Recklinghausen war, lernten wir von ihm viel über die Rasse, Ausbildung und Zucht. Er war ein anerkannter Experte in Sachen Dobermann.

Unser nächstes freudiges Ereignis gab es 1987. Am 22. Februar wurde unsere Tochter Sarah geboren. Sie ist das Beste was uns bis heute passiert ist. Von klein auf an wurde sie in unsere Hundeliebe mit einbezogen und lernte auch sämtliche Dobermann Vereine kennen, da wir sie zu jeder Veranstaltung mitnahmen. Heute kennt sie sich mit der Rasse Dobermann genauso gut aus wie wir und hatte auch nie mit einem Hund Probleme. Ich denke es hat ihrer Entwicklung nur gut getan mit Tieren aufzuwachsen, was heute nicht vielen Kindern erlaubt wird. Sie ist uns immer eine grosse Hilfe und packt auch bei jedem Wurf tatkräftig mit an, was auch für Welpenprägung grosse Bedeutung hat.

Doch nun hatten wir ein neues Problem, denn jetzt stand ich gelangweilt am Zaun und durfte nur noch zusehen. Das sollte auch ganze 2 Jahre so bleiben, bis wir unsere “ Lady Leslie v.h. Wantij “ 1989 bekamen. Eine Hündin für mich und diesmal sogar mit den richtigen Papieren und dazu aus einem sehr erfolgreichen Zwinger in Holland. Stolz wie Oskar waren wir, bis sich herausstellte, das unserer Leslie 4 Zähne ( wie ein Sechser im Lotto ) fehlten. Tief enttäuscht behielten wir sie aber trotzdem und auch sie liebten wir von Herzen. Leslie entwickelte sich zu einer wahren “ Lady “, die ihren bekannten Schwestern in nichts nachstand. Auf jeder Ausstellung wurden wir gefragt, warum wir diese schöne Hündin nicht auch ausstellen würden, aber das durften wir ja wegen dem Zahnfehler nicht. Man kann halt nicht alles haben. Auch Leslie machte ihre Schutzhundprüfungen von 1 bis 3 und auch diesmal mit Heiko, da sie mir kurz vor ihrer ersten Prüfung vors Knie rannte und ich durch eine Operation lange ausfiel.

Heiko mit Leslie nach der bestanden Sch H 2

Abgelenkt hat uns in der schweren Zeit “ Lucky v. d. Mooreiche “ die 1990 bei uns einzog und mal wieder für mich bestimmt war. Mit ihren damals 6 Monaten hat sie uns doch sehr beansprucht.

1989 kam Dobermann Nr. 3 “. Keegan v. d. Mooreiche “., ganz bewusst von Heiko gekauft, denn Mooreiche war ja damals der Leistungzwinger. Doch auch mit diesem Hund hatten wir kein Glück. Keegan entsprach zwar zu 100 % Heikos Vorstellungen von einem Dobermann und doch mussten wir ihn nach vielen Tränen und unzähligen Tierarztbesuchen mit nur 10 Monaten wegen Knochenschwund einschläfern lassen. Es hat sehr lange gedauert bis vor allem Heiko darüber hinweg gekommen ist.

1991 hat sich Heiko entschlossen einen neuen Rüden zu kaufen. Wir bekamen unseren ersten braunen Dobermann, unseren “ Cöbes v. Warringhof “ der beste Hund den wir bis heute hatten. Nur leider beruhte Heikos Liebe zu Cöbes nicht auf Gegenseitigkeit. Nach 3 Wochen vergeblichen Bemühens um den Welpen mit keinerlei Erfolg wollte Heiko ihn zum Züchter zurück- bringen, womit ich nicht einverstanden war. Cöbes und ich kamen prima miteinander aus, deshalb tauschten wir kurzerhand die Hunde. Heiko mit Lucky und ich mit Cöbes. Oh Wunder nach all den Jahren hatte nun jeder den Hund den er immer haben wollte. Heiko liebte Lucky heiß und innig und mir erging es mit Cöbes ebenso. Also machte Heiko mit Lucky die Sch H 2 Prüfung, ließ sie ankören und schaffte auch die Körung auf Lebenszeit. Ich machte mit Cöbes dieselben Prüfungen und trotz der Erfahrungen mit unserem ersten Rüden waren wir ein super Team.

aa